23 April, 2014

Kopenhagen: Neue Fahrradbrücke im Juli fertiggestellt

Copenhagen: New Cycle Bridge "Bryggerampen" Will Be Finished in July


(Foto MT Højgaard A/S)
(Foto MT Højgaard A/S)

Kopenhagens derzeit wichtigstes Radverkehrsprojekt, die Fahrradbrücke am Fisketorvet, wird vorraussichtlich im Juli fertiggestellt sein. Zusammen mit der vor einigen Jahren fertiggestellten Bryggebroen gibt es dann einen zusammenhängenden Brückenschlag über den Hafen.


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Derzeit werden Brückenteile und Rampe eingebaut, im nächsten Monat sollen Schweiß- und Schleifarbeiten folgen, anschließend sollen der Belag aufgetragen und die Beleuchtung installiert werden.


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22 April, 2014

"LOOP" abschnittsweise nachts gesperrt - Vandalismusgefahr

"LOOP" Partly Closed Over Night - Risk of Vandalism

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Der Bezirk Mitte will einen Teil des "LOOP", der mit dem "Deutschen Radverkehrspreis" ausgezeichntete Multifunktionsweg, zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens aus Sicherheitsgründen schließen. Betroffen ist der bei der offiziellen Einweihung des "LOOP" im letzten Jahr noch nicht fertiggestellte Teil im Südosten.


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Kopenhagen verbreitert weitere Radwege

Copenhagens Widens More Cycle Tracks


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Vesterbrogade: Dieser Radweg genügt nicht mehr den aktuellen Ansprüchen und soll nun auf drei Meter verbreitert werden
Vesterbrogade: This cycle track does not meet the todays needs and should be widened up to three meter

Vesterbrogade: Radwege werden auf drei Meter je Straßenseite verbreitert

Kopenhagen hat den Radverkehr in den letzten zehn Jahren erheblich steigern können. Um nun auch die Infrastruktur an die Bedürfnisse der Radfahrer anzupassen werden die Radwege in der Vesterbrogade angepasst. Die Radwege sollen ein Regelmaß von drei Metern erhalten, an Engstellen jedoch mindestens 2,8 Meter breit werden. Dadurch sollen sich die Radwege um 80 bis 100 cm verbreitern. Eine weitere Bushaltestelle soll einen Wartebereich für Busfahrgäste erhalten. Von 23 Autoparkplätzen werden neun verloren gehen. Mit dem Umbau soll die Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger erhöht werden. Die Bauarbeiten sollen von Mai bis September andauern. Der Umbau des 350 Meter langen Abschnitts soll inklusive Leitungsarbeiten eine Million Euro kosten. Über die Vesterbrogade soll zukünftig ein "Superradweg" (Veloroute / Radschnellweg) nach Roskilde verlaufen. Diese sind Teil des Kopenhagener PLUS-Radwegenetzes, auf denen das dreispurige Radfahren möglich sein soll. Somit wird die Leistungsfähigkeit für den Individualverkehr innerhalb des vorhandenen Straßenquerschnitts erhöht.

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Vesterbrogade

Die Vesterbrogade ist die Haupteinkaufsstraße im Quartier Vesterbro nahe des Kopenhagener Hauptbahnhofs und zugleich auch Hauptverkehrsstraße. Beim letzten Umbau der Straße vor rund zehn Jahren erhielt die Vesterbrogade einen aufgepflasterten Mittelstreifen, der Fußgängern das Queren der Straße quasi auf ganzer Länge angenehm und sicher erleichtern hilft. Zudem waren zahlreiche Abstellmöglichkeiten für Radfahrer geschaffen worden. Zur Verminderung von Konflikten zwischen Radlern und Busverkehr sowie Radlern und Busfahrgästen bekamen einige Bushaltestellen Warteflächen für Fahrgäste.


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Vesterbrogade

Vor etwa zwei Jahren wurde der Umbau des südlichen Teils der Nørrebrogade, der zentralen Einkaufsstraße im Quartier Nørrebro, abgeschlossen. Dort haben die Radwege eine Breite von bis zu vier Metern erreicht. Anders als in der Vesterbrogade können nur noch Radfahrer und Linienbusse die Nørrebrogade in ganzer Länge durchfahren. Der MIV muss auf dem Weg zur Innenstadt auf parallele Straßen ausweichen.


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Vesterbrogade: Je Straßenseite werden diese Radwege ab Mai 80-100 cm breiter. Als wenn es ausschließlich in Hamburg "zu enge" Straßen gäbe
Vesterbrogade: On each side these cycle tracks will be widened by 80 to 100 cm. Not only Hamburg has "to narrow" streets - but it is a question of how to use the available space

Sowohl Vesterbrogade, Nørrebrogade, als auch die Planung "Neue Amagerbrogade", eine weitere wichtige Geschäftsstraße, könnten als Gegenbeispiele zu Straßenplanungen in Hamburg dienen. Heftig diskutiert werden die Planungen zu Osterstraße und Lange Reihe, beides ähnlich strukturierte Straßen wie die drei vorgestellten Kopenhagener Straßen. Hamburgs Planer und Politiker behaupten zwar immer wieder Hamburger Straßen seien vergleichsweise besonders eng. Ein Vergleich mit den Lösungen in Kopenhagens engen Straßen - hier Vesterbrogade, Nørrebrogade und Amagerbrogade - lohnt da allemal. Im Gegensatz zu Hamburg hat in Kopenhagen der fließende Verkehr Vorrang vor dem ruhenden Verkehr - so wie es zwar im Hamburger Wegegesetz festgelegt ist, aber dennoch kaum jemals in Hamburg zur Anwendung kommt.


Vergleich Kopenhagen - Hamburg

Täglich fahren 15.000 Radfahrer entlang Vesterbrogade - das sind 50% mehr Radfahrer als entlang An der Alster in Hamburg-St. Georg. Während es An der Alster nur einen Radweg für beide Fahrtrichtungen für 10.000 Radfahrer hat, bietet Kopenhagen in der Vesterbrogade für 15.000 Radfahrer zwei Radwege mit je 2,2 Metern an. Ab September sind diese dann drei Meter breit. Das Ergebnis dieses Vergleichs: Trotz einer engen Straße bietet Kopenhagen gemessen an der Radverkehrsmenge mehr Platz für Radler als Hamburg - ab September doppelt so viel Platz wie an Hamburgs meist befahrener Radroute. Umgekehrt betrachtet müsste der Radweg An der Alster gemessen an Kopenhagens zukünftigem Maßstab vier Meter breit sein, zum jetzigen Zeitpunkt immerhin noch 2,9 Meter. Dabei hat die Straße An der Alster noch stille Reserven, die für eine bessere Raumausnutzung zur Verfügung stehen.


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Vesterbrogade - Geschäftsstraße und Hauptstraße des Stadtteils Vesterbro


Ideen für die neue Osterstraße

Im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau der Osterstraße werden derzeit Unterschriften für eine autofreie Osterstraße gesammelt. Und das Bezirksamt möchte die Wünsche der Bürger zur Zukunft der Osterstraße erfahren. Anfang Juli möchte das Bezirksamt gerne dazu die Bürger vor Ort in einem mobilen Baubüro begrüßen: Alle interessierten Anwohner, Gewerbetreibende, Nachbarn sowie Kinder und Jugendliche sollen die Gelegenheit bekommen, Anregungen und Ideen zur Umgestaltung der Osterstrasse textlich oder auch graphisch zu formulieren. Hierzu wird das Fachamt Management des öffentlichen Raumes Flyer vor Ort zu Verfügung stellen, auf denen die Bürger ihre Anregungen niederschreiben können.
Zu den folgenden Öffnungszeiten werden je ein Mitarbeiter des beauftragten Planungsteams und des Bezirksamts vor Ort im mobilen Baubüro sein, um Fragen, Anregungen und Ideenskizzen entgegen zu nehmen:
Datum: 2. bis 7. Juni 2014, jeweils 9 bis 12 und 16 bis 20 Uhr
Ort: Fanny-Mendelssohn-Platz, U-Bahn-Haltestelle Osterstraße


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Vesterbrogade - der Mittelstreifen ermöglicht Fußgängern leichtes Queren der Straße
Vesterbrogade - easy street crossing via the cubble stone stripe

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Vesterbrogade ca. 2004 / 2005 mit Radwegen - heutiger Zustand (bei Helgolandsgade / Trommesalen)
Vesterbrogade as today with cycle tracks

Foto: Kurt Rasmussen
Vesterbrogade 1968 noch ohne Radwege (bei Helgolandsgade / Trommesalen, Foto: Kurt Rasmussen)
Vesterbrogade in 1968 without cycle tracks


Vesterbrogade: Diese Radwege werden auf 2,8-3 Meter verbreitert
Vesterbrogade: These cycle tracks will be widened up to three meters



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"Fahrradfreundliches" Köln: Soll gefährlicher Fake-"Radweg" bei Straßenumbau erhalten bleiben?

"Cycle Friendly" Cologne: Should Dangerous Fake "Cycle Track" Remain after Street Renewal?
Aktualisiert
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Radweg in Köln: Dieser Radweg ist um eine Plattenreihe breiter als der in der Germaniastraße - unmittelbar neben abgestellten Autos in der Dooringzone

Ist das ein Radweg oder kann das weg? "Radweg" Germaniastraße

Die Germaniastraße in Köln-Kalk soll wegen erheblicher Straßenschäden umgebaut werden. Derzeit hat es dort überwiegend Tempo 30. Der "Radweg" sei "weitgehend uneben und rissig". Mit der geplanten Umgestaltung sollte die Straße erheblich aufgewertet werden.


Doch was passiert dann mit dem "Radweg". Auf langer Strecke hat es nur ein einseitiges schmales Radwegelchen in voller Breite in der Dooringzone - und damit faktisch vollkommen unbenutzbar. Zwar ist dieser einseitige "Radweg" nicht benutzungspflichtig, doch wenn mit dem Umbau selbst die Parkplätze komplett erhalten bleiben sollen kann kein regelkonformer Radweg unterbgebracht werden. Im südlichen Abschnitt der Straße hat es dann auf beiden Seiten Radwege, von denen der östliche trotz der dort geltenden Benutzungspflicht sich nicht vom südlichen Teil unterscheidet. Auch dieser verläuft in voller Breite (1,2 Meter) in der Dooringzone - und ist damit trotz des Benutungszwangs unbenutzbar. Radfahrer müssen zu ihrer eigenen Sicherheit die Fahrbahn benutzen, um nicht in eine Autotür zu fahren und wegen zu geringem Seitenabstand zu parkenden Autos eine Mithaftung bei Unfallfolgen zu riskieren. Nun will die Stadt neue Radwege zaubern.
Außer der Fahrbahn sollen die Parkmöglichkeiten sowie die Radwege verbessert werden.
Die von der "fahrradfreundlichen" Stadt Köln nun angestrebte Version für die neuen Radwege macht uns neugierig.


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21 April, 2014

Rumgeeier um Fahrradstraßen in Hamburg-Nord

Bike Road: Yes or No?
Aktualisiert
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Bellevue: Regelwidrig legalisierter Zweirichtungsverkehr in Dooringzone


Fahrradstraßen, ja oder nein? Das scheint im Bezirk Nord eine entscheidende Fragestellung zu sein. Zwar möchten nahezu alle Hamburger Bezirk der fahrradfreundlichste Bezirk Hamburgs sein. Doch wenn es konkret um einzelne Projekte geht wird gern abgeblockt. Das Thema Fahrradstraße (z.B. 2012 entlang des Eilbekkanals in Uferstraße und Lortzingstraße im Verlauf der zukünftigen Veloroute 6 neu eingerichtet) entzweit nun die Politiker in den lokalen Ausschüssen und Gremien. Zunächst wollten die Grünen den Leinpfad als Fahrradstraße einrichten. Der Leinpfad verbindet Krugkoppel mit der Hudtwalckerstraße und soll zukünftig die Veloroute 4 aufnehmen, die bislang noch vom Rathausmarkt kommend an der Krugkoppelbrücke endet. Im Leinpfad hat es einen einseitigen Radweg, der zumindestens zwischen Krugkoppel und Maria-Louisen-Straße für den Zweirichtungsverkehr freigegeben ist. Doch befindet sich dieser nur 1,6 Meter breite Zweirichtungs-"Radweg" in der Dooringzone der an den "Radweg" angrenzenden Autostellplätze - ein fataler Fehler und ein Sicherheitsrisiko. Im nördlichen Abschnitt des Leinpfads ist das Parken am Radweg entlang der Alster nicht erlaubt, doch dort hat es viele Kampfparker, die das Befahren des Radwegs einschränken und gefährden (Dooring). Radfahrer dürfen allerdings auch auf der Fahrbahn radeln. Die Einbahnstraßen sind mittlerweile für Radfahrer freigegeben. SPD, CDU und FDP lehnten den Grünen-Antrag zur Fahrradstraße am Leinpfad ab. Die von der BWVI bereitgestellten Mittel konnten deswegen nicht genutzt werden.


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Bellevue / Fernsicht: Zweirichtungsradweg neben parkenden Autos


Nun soll der Bezirk sieben Straßen auf Eignung als Fahrradstraße überprüfen, darunter wiederum der Leinpfad. Die anderen Straßen sind Frickestraße, Anita-Sellenschloh-Ring, Fritz-Schumacher-Allee, Woermannsweg, Heilholtkamp und Bellevue. SPD-Politiker Domres lehnt Fahrradstraßen für Bellevue und Leinpfad jedoch ab.

Dort besteht überhaupt keine Notwendigkeit, weil es keine Konflikte mit Autofahrern gibt.

Nun ja, da hat Herr Domres die parkenden Autos am Radweg entlang des Leinpfad noch nicht entdeckt. Und entlang Bellevue schlängelt sich ein schmales Radweglein, das für den Gegenverkehr freigegeben ist, dafür aber zu schmal ist. Deswegen hat es auf der beliebten Strecke rund um die Außenalster zwischen Sierichstraße und Fernsicht viele Kampfradler auf dem Gehweg. Auf die Fahrbahn dürfen die Radler, die die Außenalster entgegen dem Uhrzeigersinn umradeln wollen, nicht, denn Bellevue ist weiterhin Einbahnstraße und nicht für den Radverkehr freigegeben. Nicht einmal der schnurgerade Abschnitt zwischen Scheffelstraße und Gellertstraße darf von Radlern in Gegenrichtung befahren werden. Zwar ist auch hier der Radweg für den Zweirichtungsverkehr ausgeschildert, doch bei Gegenverkehr fahren die Radler in Bordsteinnähe voll in der Dooringzone. Es dürfen Autos am Fahrbahnrand abgestellt werden. Zwar gibt es keinen hohen Parkwechselverkehr, denn ein Großteil der dort abgestellten Autos wird zum Verkauf angeboten, aber dennoch ist die Einrichtung des gegenläufigen Radverkehrs regelwidrig. Der SPD-Politiker Domres wird wohl entweder noch nie entlang Bellevue geradelt sein, da ihm die Autos dort nicht bekannt sind - oder ihm sind zumindest die Verkehrsregeln nicht bekannt, die Radler dort beachten müssen. Die Anordnung des  Zweirichtungsverkehr ist unter den gegebenen Umständen äußerst fragwürdig.


Automarkt Bellevue

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Automarkt Bellevue: Der überwiegende Teil der abgestellten Autos dient dem Verkauf. In den Fenster sind Angaben zu Preisen und Ausstattungsdetails. Leider führt der Gebrauchtwarenmarkt zu Kampfgaffern auf dem Radweg, die den Radverkehr behindern und sich selbst gefährden


Ende letzten Jahres noch stellte die SPD den Antrag in der Bürgerschaft, fragwürdige "Radwege" aufzugeben und den Radverkehr auf die Fahrbahn zu verlagern. Nichts anderes würden die Planungen für Fahrradstraßen an Bellevue und Leinpfad bedeuten: Runter von zu schmalen und durch parkende Autos unbenutzbare und für den Zweirichtungsverkehr ungeegnete "Radwegelchen", rauf auf die Fahrbahn.


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Bellevue: Zweirichtungsverkehr immer in der Dooringzone

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Bellevue: Zweirichtungsverkehr immer in der Dooringzone

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Automarkt Bellevue: Konflikt mit Kampfgaffern 

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Bellevue: Zweirichtungsverkehr

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Bellevue / Scheffelstraße: Zweirichtungsverkehr bezieht sich hier nur auf den "Radweg"

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Bellevue / Sierichstraße: Radler dürfen die Fahrbahn entgegen der Einbahnrichtung nicht befahren

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Bellevue / Sierichstraße: Die Beschilderung ist zweideutig - ist der Gehweg freigegeben oder der Radweg oder ggf. beides in Fahrtrichtung Fernsicht?

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Bellevue: Kampfradler auf dem Gehweg

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Bellevue: Die langgezogene Kurve zwischen Sierichstraße und Scheffelstraße ist ggf. ein Hinderungsgrund für den Radgegenverkehr



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. . . . zu Außenalster

. . . . zu Fahrradstraßen in Hamburg
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